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Lügen der Gentechnik


"Gentechnik kann die Welt ernähren" - an Heilsversprechungen der Gentechnik-Industrie mangelt es nicht. Sie will uns glauben machen, dass genmanipulierte Pflanzen die Erträge steigern, gesündere Nahrung produzieren und die Umwelt schonen. Diese Behauptungen sind falsch:

  • Gentechnik: keine Lösung für die Hungernden
    Insbesondere der "Golden Rice" wurde und wird als Erfolgsstory verkauft. Gentechnisch mit Vitamin A ausgestattet, soll er den chronischen Vitamin-A-Mangel beheben, durch den in den Hungergebieten dieser Welt Kinder erblinden und jährlich bis zu einer Million Menschen sterben. Tatsächlich aber müsste eine erwachsene Frau ca. 9 kg Reis pro Tag essen, um ihren Tagesbedarf zu decken. Zudem muss das im Reis enthaltene Pro-Vitamin A bei der Verdauung in Vitamin A umgewandelt werden, damit es für den menschlichen Körper verwertbar ist. Und das geschieht nur, wenn gleichzeitig Fette aufgenommen werden - eine Mangelware in den Hungerregionen.
    Hunger ist und bleibt ein Verteilungsproblem, denn Nahrungsmittel gibt es genug. Laut Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, könnten die derzeitigen Erträge 12 Milliarden Menschen ernähren. Auf der Erde lebt nur etwa die Hälfte. Außerdem zeigen regionale Projekte, dass durch eine alternative Landbewirtschaftung mit lokalen Sorten eine ausgewogene Ernährung der Bevölkerung sichergestellt werden kann . Doch in vielen Hungersregionen fehlt der Zugang zu Land und Saatgut.
  • Gentechnik verschärft Probleme der Landwirtschaft
    Höhere Erträge und weniger Spritzmittel dank genmanipulierter Pflanzen, lockte der Gentechnikriese Monsanto. Acht Jahre nach der großflächigen Einführung von Gen-Soja in Argentinien, die gegen Pestizide widerstandsfähig ist, herrscht Katerstimmung. Neue Studien belegen, dass durch die Auskreuzung der Gen-Pflanzen hochgiftige Pestizide in immer größeren Mengen eingesetzt werden müssen – zu Lasten der Umwelt und der auf den Feldern arbeitenden Landbevölkerung.
    Fakt ist, dass die Probleme der konventionellen industriellen Landwirtschaft hausgemacht sind. Meist sind falsche Fruchtfolgen, Monokulturen oder einseitige Züchtungen verantwortlich für Missernten oder Schädlingsbefall. Gentechnik trägt nicht dazu bei, diese Probleme zu lösen.

Gentechnik sichert nicht unsere Ernährung, sondern entzieht ihr die Grundlage: Bereits die konventionelle, hochindustrialisierte Landwirtschaft reduziert die Vielfalt unserer Pflanzen. Die Agro-Industrie setzt auf wenige Hochertragssorten statt auf robuste, traditionelle Pflanzen, die auf spezielle regionale Anbaubedingungen ausgerichtet sind. Die Gentechnik verschärft diesen Trend massiv. Dabei ist die Vielfalt essentiell notwendig für die Sicherung unserer Ernährung. Nur so können wir z. B. auf sich ändernde klimatische Bedingungen wie Trockenheit reagieren. Es gibt bis heute keine einzige Gen-Pflanze, die besondere positive Eigenschaften für Verbraucher oder einen zusätzlichen Nutzwert für Bauern hat.

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Quelle & Text: Greenpeace